Ewald Stadler: Die relative Macht der Freimaurer zeigt sich am Fall Hochegger

Ewald Stadler: Die relative Macht der Freimaurer zeigt sich am Fall Hochegger

Kontroverse Aussagen und eine ziemlich turbulente politische Karriere zeichnen den 1961 in Vorarlberg geborenen Parteichef der REKOS (Die Reformkonservativen) aus. Ewald Stadler saß viele Jahre für die FPÖ im Vorarlberger Landtag, im Nationalrat und in der Niederösterreichischen Landesregierung, ehe es ihn 2007 zum BZÖ zog. Nach dem Tod Jörg Haiders gründete Stadler 2013 die christlich-konservative Partei „Die Reformkonservativen“, scheiterte aber beim ersten Wahlantritt zum Europaparlament. Im Gespräch spricht er über seine politischen Ideen und Werte, ein bedrohtes Abendland, die Zukunft der REKOS und freimaurerische Umtriebigkeiten.

Wie würden Sie selbst Ihre politische Gesinnung beschreiben?

Katholisch und konservativ. Ich glaube an die offenbarte Lehre so wie sie die Katholische Kirche vertritt. Konservativ bedeutet für mich, dass ich das Althergebrachte und die Errungenschaften meiner Vorfahren bewahren und zeitgemäß einsetzen möchte. Ich sehe mich jedoch nicht als nationalkonservativ, weil „national“ zum Teil mit konservativen Werten in Widerspruch steht. Der österreichische Konservative ist immer einer, der übernational denkt und eher der habsburgischen Staatsidee als den Vorstellungen der Deutschnationalen verbunden ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass das deutsche Volk eine heilsgeschichtliche Rolle spielen müsste. Diese spielt sie  aber seit Martin Luther nicht mehr. Der absolute Tiefpunkt dieses erbärmlichen Versagens in der deutschen Geschichte war sicherlich das Auftreten des Herrn Hitlers.

Bleiben wir ein wenig beim Definieren von Begriffen. Was bedeutet für Sie das viel zitierte „Abendland“?

Meiner Meinung nach ist die Abgrenzung des Abendlandes nicht territorial, sondern geistig vorzunehmen. Unter Abendland verstehe ich alles, was sich einem christlichen Wertekanon in Europa und im Umfeld verbunden fühlt. Das Morgenland ist im Gegensatz dazu vorwiegend islamisch geprägt.

Und christliche Palästinenser?

Sie stehen in der abendländischen Tradition, befinden sich aber in einer islamisch-morgenländisch geprägten Umgebung.

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Bild: Christoph Hopf

Sie beraten PEGIDA Wien als rechtlicher Beistand. Haben Sie das Gefühl, dass hier das „Volk“ spricht?

Es geht um ein Unbehagen, das im Volk sehr stark vorhanden ist. Nicht jede Bewegung vertritt die Gesamtheit eines Volkes. In einer pluralistischen Gesellschaft kann das überhaupt niemand in Anspruch nehmen. Gott sei Dank, muss ich dazu sagen. Jedoch beschäftigt sich keine andere österreichische Partei wirklich ernsthaft mit diesem Unbehagen. Die FPÖ behandelt  das „Ausländerthema“ nur um sich von den anderen Parteien abzugrenzen und ihr nationales Gedankengut aufzuhübschen. Aber eine echte kulturpolitische Auseinandersetzung, wie etwa die Frage nach der Leit- und Zuwanderungskultur, findet nicht statt. Wenn Sie sich das genauer ansehen, werden Sie erkennen, dass die FPÖ auf diese Fragen keine Antworten hat. Das hat damit zu tun, dass sich die Freiheitlichen in einer antichristlichen und insbesondere antikatholischen Tradition sehen und somit das christliche Abendland gar nicht rezipieren können. Diese Auseinandersetzung „Christentum gegen Islam“ wird von der FPÖ mehr „verhatscht“ als inhaltlich-substanziell geführt. PEGIDA ist daher ein basisdemokratischer Ansatz, der dieses Unbehagen zum Ausdruck bringt, das in der Bevölkerung längst vorhanden ist.

Studien über PEGIDA-DemonstrantInnen zeigen, dass es letztlich um soziale und ökonomische Probleme geht. Glauben Sie ernsthaft, dass die angebliche Islamisierung schuld daran ist, dass sich diese Menschen von der Politik verraten fühlen?

Nein, ich glaube, dass es eher ein Unbehagen ist, das man politisch zum Ausdruck zu bringen versucht. Es ist ein Unbehagen hinsichtlich des Entstehens einer islamischen Parallelgesellschaft.

Woran erkennen Sie das Entstehen einer Parallelgesellschaft?

In erster Linie an den Äußerlichkeiten der Menschen. Das betrifft die Kleiderordnung, die Verhaltensweisen aber auch das Missverständnis zwischen einer christlich geprägten, säkularen Gesellschaft und einer islamischen Zuwanderungsbevölkerung, die sich nicht eingliedert. Und das erzeugt das nächste Unbehagen. Ich habe aber Verständnis dafür, dass islamische Zuwanderer die Auswüchse einer säkularen Gesellschaft ablehnen. Dafür habe ich als konservativer Katholik mehr als nur Verständnis. Interessant hierbei ist, dass praktizierende Katholiken oftmals die gleichen Erfahrungen wie Muslime machen, nämlich, dass sie von der säkularen Gesellschaft abgelehnt werden.

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Bild: Christoph Hopf

Menschen in Indonesien, Indien und den USA kleiden sich auch sehr unterschiedlich und das ohne dramatische Folgen. Warum stört Sie das so sehr in Österreich?

Genau hier liegt ein schwerer Denkfehler vor, denn diese Bereitschaft der Akzeptanz ist bei den Angehörigen der Leitkultur nicht vorhanden. Und das muss man akzeptieren. Die Leute wollen es nicht akzeptieren, dass eine ethnische oder religiöse Minderheit von ihnen Rechte einfordert oder ihnen unter Umständen sogar Verhaltensmuster aufzwingt. Das stört die Menschen gewaltig und das führt zu Widerständen. Druck erzeugt immer Gegendruck.

Glauben Sie, dass es die Menschen stören würde, wenn es uns wirtschaftlich gut gehen würde?

Ja, das glaube ich. Sie können das gleiche Phänomen in einem wirtschaftlich prosperierenden Land wie etwa der Schweiz beobachten. Auch dort reagiert die Bevölkerung ablehnend gegenüber dem Entstehen einer Parallelkultur. Meiner Meinung nach ist das ein dummer Ansatz, dieses Phänomen mit ökonomischen Fragen zu verknüpfen. Das ist auch einer der Gründe, warum die Politiker bei dieser Herausforderung versagen, weil sie glauben, dass sie das Ganze auf einer rein rational-ökonomischen Ebene abhandeln können.

Was bedeutet Islamisierung für Sie?

Für mich persönlich ist jemand, der ein Kopftuch trägt und sich in der Öffentlichkeit verhüllt zunächst ein Beispiel für den Ausdruck einer religiösen Überzeugung, die ich nicht teile. Ich habe aber großes Verständnis dafür, dass religiöse Menschen sich auch über ihr Äußeres definieren wollen. Daher habe ich ein Problem mit Verboten von Kleidungsstücken, weil die säkulare Gesellschaft als Nächstes den Ordensangehörigen ihre Kleidung verbieten möchte – und das akzeptiere ich unter gar keinen Umständen. Die Bevölkerung hingegen sieht das  anders. Diese sehen in der religiösen Kleidung eine Provokation und das hat vor allem mit dem Verlust an Religiosität in der Gesellschaft zu tun. Daher bin ich gegen eine laizistische oder säkulare Gesellschaftsordnung, die vorgibt, wie Menschen sich zu kleiden haben. Gehen Sie mal mit einer Gruppe von Priestern oder Ordensangehörigen im Habit über die Kärntner Straße und Sie werden erleben, wie Sie dort angepflaumt werden. Ich habe das Gleiche umgekehrt mit einem Priester im Suk von Damaskus erlebt, der dort mit höchstem Respekt behandelt wurde. Dort haben Sie es mit einer Gesellschaft zu tun, die Menschen aufgrund ihrer Religiosität respektiert. Bei uns ist es genau umgekehrt und das halte ich für problematisch.

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Bild: Christoph Hopf

Das heißt, dass laut Ihrer idealen Gesellschaftsordnung Religionen sehr wohl koexistieren können?

Das ist sogar die katholische Auffassung. Die katholische Religion vertritt die geoffenbarte Wahrheit, abgeschlossen mit dem Tod des letzten Apostels. Aber wir billigen jedem sehr wohl zu, einer anderen Religion zu folgen und definieren es als Ausfluss des Rechtes auf den Irrtum. Es ist biblischer Auftrag, den im Irrtum befindlichen Andersgläubigen von der Wahrheit zu überzeugen.

Wenn der Islam nicht zu Österreich gehört, was ist mit Buddhismus, Judentum und Hinduismus?

Ich habe schon immer gesagt, dass diese Religionen nicht zu Österreich gehören (lacht), deshalb habe ich auch aktiv gegen den Bau einer Stupa im Waldviertel mitgewirkt.

Sie sprechen oft von einer Angst, dass die Mehrheit von der Minderheit verdrängt wird. Als Beispiel geben Sie den Kosovo an. Dort gibt es aber seit dem letzten gültigen Zensus von 1953 keine serbische Mehrheit.

Naja, in der Vor-Tito-Ära war das natürlich anders. Die Zuwanderung hat maßgeblich unter Tito stattgefunden. Dadurch ist die serbische Mehrheit immer stärker verdrängt worden. Tito war immer antiserbisch eingestellt, das ist ja nichts Neues. Im jugoslawischen Gesamtstaat hat das keine größeren Probleme dargestellt, weil er keinen Unterschied zwischen den Ethnien gemacht hat. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens ist das natürlich zu einem Problem geworden.

Wie stehen Sie dann zur Staatsgründung Israels?

Ich war immer der Meinung, dass die Staatsgründung Israels nur dann dauerhaft Frieden bringt, wenn es zu einer Aussöhnung mit den Palästinensern kommt. Um den Frieden hat man sich seit 1948 nicht mehr bemüht, sondern lediglich um die Erweiterung durch den Siedlungsbau. Das wird sich irgendwann furchtbar rächen. Dieser Konflikt ist so nicht lösbar. Wenn man nicht einmal bereit ist, eine Zwei-Staaten-Lösung zu akzeptieren, dann ist für mich sämtliche Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben verloren.

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Bild: Christoph Hopf

Kommen wir zurück zur österreichischen Politik: Bereuen Sie Ihre politische Wanderung weg von der FPÖ/BZÖ?

BZÖ überhaupt nicht, weil diese Partei nach dem Tod Jörg Haiders genau die Richtung eingeschlagen hat, die ich befürchtet habe. Sie haben nämlich den Versuch einer Neuauflage des Liberalen Forums gewagt. Damit wollte ich nichts mehr zu tun haben. Bei der FPÖ war meiner Meinung nach die Abspaltung von Jörg Haider der größte Fehler; und jeder gibt mir nun Recht. Wenn Jörg Haider ein bisschen mehr Geduld gehabt hätte, dann, davon bin ich überzeugt, wäre er heute nicht mehr aufzuhalten. Die Frustration der Bevölkerung mit den beiden Großparteien ist so groß, dass selbst eine Partei unter einer derart schwachen und dummen Führung, wie die des Herrn Strache immer noch Wahlen gewinnt. Jetzt stellen Sie sich eine FPÖ unter einer intellektuell starken Führung wie der unter Jörg Haider vor. Die wäre nicht mehr zu stoppen.

Die FPÖ ist mittlerweile gleichauf mit den beiden Großparteien  und hat gute Chancen auf eine Regierungsbeteiligung.

Die beiden Parteien, oder nennen Sie sie die Einheitspartei, sind ja voneinander nicht mehr zu unterscheiden. Und unter Mitterlehner wird die ÖVP noch sozialdemokratischer werden, solange es Vorteile für den Wirtschaftsbund bringt. Jede Stimme für Strache, und das ist das Unglückliche dabei, ist eine Zementierung der Koalition. Strache will und kann gar nicht koalieren. Wenn die beiden Koalitionsparteien über keine Mehrheit verfügen, dann werden sie sich einfach eine dritte Partei mit ins Boot nehmen. Diese koalitionäre Einheitspartei wird fast immer über die 50% kommen, aber Strache wird niemals eine Alternative sein, weil er auch keine sein will. Er müsste in allen anderen politischen Themen abseits der Ausländerthematik eine Äußerung tätigen und Konzepte auf den Tisch legen – aber das schafft er nicht. Schauen Sie, das ist ganz simpel: Strache geht es darum, dass er fünf Jahre lang einen Posten als Klubobmann hat und keinem bürgerlichen Beruf nachgehen muss. Das ist alles. Und die Leute rund um ihn denken genauso.

Kommen wir zu Ihrem politischen Projekt: Wie hoch schätzen Sie das christlich-religiöse WählerInnenpotential in Österreich ein?

Ich sehe das zwischen drei und acht Prozent, es ist immer eine Frage der Bekanntheit. Dort wo wir im EU-Wahlkampf unser Direktmailing eingesetzt haben, erreichten wir zum Teil über zehn Prozent. Dort, wo man uns nicht kannte, hat uns natürlich niemand gewählt. Es ist letztlich eine Frage des Geldes. Die REKOS haben wir gegründet, um den jungen Leuten eine Möglichkeit zur politischen Schulung zu bieten. Die Zeit für eine echte konservative Partei wird kommen, davon bin ich überzeugt. Die Zahl der Menschen, die in der ÖVP frustriert sind, ist natürlich groß. Das österreichische Parteiensystem ist von den etablierten Parteien beschlossen worden, damit sie in die öffentlichen Finanzierungstöpfe greifen können. Alle anderen Parteien sind davon ausgeschlossen. Den Einzug in den Nationalrat können diese nur dann schaffen, wenn sie einen Millionär oder Milliardär an ihrer Seite haben. Oder die öffentliche Parteienfinanzierung. Hinzu kommt das Naheverhältnis der hiesigen Medien zu den einzelnen Parteien. Somit sind sie außerhalb dieses Konstrukts nahezu chancenlos.

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Bild: Christoph Hopf

Gibt es in Europa ein Vorbild für die REKOS?

Ja, das war die Partei der Gebrüder Kaczynski in Polen oder Viktor Orban in Ungarn. Dort gab es aber diese Bindung der konservativen Wähler an eine einzige Partei noch nicht.

Bei beiden Parteien fällt aber auf, dass es demokratiepolitisch einige „Probleme“ gibt.

Jede Partei hat Schwierigkeiten, das ist doch ganz normal. Unabhängig davon ist das, was die beiden Parteien in Gang gesetzt haben, nicht 1:1 ein Vorbild, aber es zeigt, dass es gehen kann.

Ihre Videos zur Freimaurerei sind legendär. Wie hoch ist die Bedeutung der Freimaurerei im Jahre 2015?

Sie wird übertrieben. Die Wirkmacht der Logen ist nicht mehr so groß, auch wenn man sie zugleich nicht unterschätzen sollte. Sie haben sich zum Teil in einzelne Sektoren des Staatsapparates eingenistet, wie etwa im Justizsektor und im Bankenbereich. Und das hat Konsequenzen, wenn etwa im politischen Spektrum Leute sitzen, die ihre Logenzugehörigkeit nicht offenlegen, aber trotzdem diesen Sozietäten verbunden sind. Deshalb habe ich immer gesagt, dass der Wähler nicht nur das Recht hat auf Einblick in die Vermögens- und Einkommensverhältnisse eines Politikers, sondern auch darauf zu erfahren, in welchen Sozietäten er sich bewegt.

An welchen Beispielen lässt sich das zeigen?

Ich hatte einen Mitarbeiter gegen den vor einigen Jahren ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Es hat sich dann ein Freimaurer seiner angenommen, der mir angeboten hat, Informationen aus der Loge im Austausch für eine parlamentarische Anfrage zu geben. Diese Anfragen wurden dann an den damaligen Innenminister Caspar Einem, der selber Freimaurer war bzw. ist, eingebracht. Ich habe unter der Bedingung, dass ich über das Verfahren informiert werde und mich auf ihn berufen kann, eingewilligt. Das hat ihm offensichtlich sehr gefallen. Er konnte mir minutiös sagen, wann und wo der Strafakt ist und wann das Verfahren eingestellt wird. Als außenstehender Politpensionär, Hochgradfreimaurer vom Königlichen Bogen und vom Alten Angenommenen Schottischen Ritus war der Mann über jedes Detail informiert. Ein zweites Beispiel wäre ein Verfahren wegen Veruntreuung von Geldern in der Loge, das ich als Volksanwalt prüfte, welches merkwürdigerweise durch Intervention im Justizministerium eingestellt wurde. Ich habe dann die Hauptverhandlung durch das Prüfverfahren erzwungen und da sind dann die grauslichsten Details herausgekommen. Und es gibt noch so viele Beispiele. Den letzten bekannten Versuch, seine Logenzugehörigkeit für sich zu nutzen, wagte Herr Hochegger mit seiner Aussage im U-Ausschuss. Die Loge musste dann sogar fürchten, dass bei ihnen im Tempel in der Rauhensteingasse eine Hausdurchsuchung stattfindet. Die schien dann aber offensichtlich nicht mehr notwendig zu sein, denn sie fand nie statt.

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Bild: Christoph Hopf

Sehen Sie die Macht der Freimaurerei auf einer Ebene mit den Burschenschaften?

Das hat eine andere Qualität, weil eine andere ideologische Basis vorhanden ist. Ich betrachte die Loge als einen Versuch, eine Antikirche zu etablieren. Ich habe einen Katechismus der Freimaurer zugespielt bekommen, wo die Riten sehr anschaulich geschildert werden. Und sehr vieles dabei ist eine Persiflage auf die Katholische Kirche.

Wovor haben Sie zurzeit am meisten Angst?

Vor dem, was die Amerikaner derzeit treiben. Sie versuchen Europa in eine Frontstellung gegenüber Russland zu ziehen. Das fürchte ich jedenfalls mehr als den Klimawandel, die Vogelgrippe oder den Rinderwahn und die anderen PR-Kampagnen. Wenn Russland 20 Jahre Zeit für einen wirtschaftlichen Aufschwung hätte, dann holen sie die Amerikaner nie wieder ein. Und das wissen sie. Ich halte es für sehr gefährlich, dass sich die Deutschen in dieser Frage vor den Karren der Amerikaner spannen lassen. Das, was wir im Vorderen Orient machen ist ebenfalls problematisch. Europa muss froh sein, dass Asad sich in Syrien hält und die Wahnsinnigen vom Islamischen Staat die Macht dort nicht übernehmen. Das sind die Dinge, die ich wirklich fürchte.

Abschließend, bei wem würden Sie gerne einmal nachhaken?

Oh ja, da habe ich eine ganze Liste von Leuten. Ich würde liebend gern beim Herrn Elsner nachhaken, was sich da wirklich beim Atomic-Konkurs abgespielt hat. Oder etwa bei der Hypo-Alpe-Adria und was sich in den Stunden abgespielt hat, als der damalige Vizekanzler Josef Pröll und sein Staatsekretär Andreas Schieder unnötigerweise eine Bank übernommen haben, ohne zu prüfen, was da überhaupt drinnen ist. Gerne würde ich auch nachprüfen, ob Franz Fuchs wirklich ein Einzeltäter war und ob die Geschichte der Frau Kampusch sich wirklich so zugetragen hat. Es gibt eine ganze Reihe an Dingen, die ich sehr gerne nachprüfen würde (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!

Ein Gedanke zu „Ewald Stadler: Die relative Macht der Freimaurer zeigt sich am Fall Hochegger“

  1. Ich hatte immer den Eindruck, dass Herr Stadler eine Alternative wäre zu dem Mist, von dem wir in Deutschland gerade regiert werden. Dass er überzeugter Katholik ist, finde ich ganz in Ordnung. Ich glaube auch an Gott, lasse aber jedem seine persönlichen Glauben, solange er andere nicht gefährdet. Und dass er gegen die Freimaurer ist, hat eine gewisse Berechtigung.
    Seine Bemerkung über die Stupa hat mich jedoch ein wenig ins Grübeln gebracht. Ist Herr Stadler nur gegen den Islam, weil er gefährlich ist, oder bezieht er in seine Ablehnung sämtliche Religionen ein, die nicht katholisch sind? Ich meditiere seit über 40 Jahren, gehöre seiner Meinung wohl also einer „Religion“ an, die seiner Meinung nach nicht nach Europa gehört. Würde er mich auch diskriminieren? Und was ist mit den Leuten, die an Reinkarnation glauben. Ein Staat, der sich ausschließlich an christlichen Werten orientiert, wäre wohl keine Demokratie mehr.

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